BräucheUnter dem Mistelzweig...Glückbringender WeihnachtsschmuckDer Mistelzweig hat das Küssen nicht erfunden, aber er hat es gefördert - zumindest in England. Wer dort mit einem hübschen Mädchen oder einem netten jungen Mann unter dem Zweig mit den weißen Beeren steht, muss freilich die Spielregeln streng beachten: Pflückt man eine Beere - ein Kuss; zwei Beeren - zwei Küsse. Wenn keine Beeren mehr da sind, ist Schluss mit der Küsserei! Die Misteln sind viel interessanter, als man beim ersten Blick durch die rosige Brille der Weihnachtsfreude vermuten würde. Die wilde Pflanze, von der es etwa 1.400 Arten gibt, wächst meist hoch oben in den Wipfeln der Bäume. Wo man auch leben mag - in Senegal oder Schweden, in Wales oder Japan -, überall hängen Misteln zwischen Himmel und Erde. Wenn die übrige Natur ihr Winterkleid angelegt oder sich zum Winterschlaf in die Erde verkrochen hat, sind sie eine wahre Augenweide. Wie der Mistelzweig zum Weihnachtsgrün wurde, ist nicht bekannt. Seine Beeren reifen jedoch nur im Dezember, gerade rechtzeitig für die Weihnachtsbräuche. Schon bei den altgermanischen Feiern der Wintersonnenwende spielten Misteln eine Rolle. Lange Zeit wurde die Pflanze wegen ihrer geheimnisvollen Zauberkräfte verehrt. Die alten Griechen betrachteten sie als ein Mittel gegen Gift. Andere Völker glaubten, sie könne Schlösser aufbrechen und vor Feuer und Krankheiten schützen. Männer und Frauen trugen Armbänder, an denen aus Mistelholz geschnitzte Amulette klapperten, und über den Zimmertüren hingen Mistelzweige zum Schutz gegen Hexen und böse Geister. Als dann die Priester an Macht gewannen, wurde der Mistelzweig zum Symbol von Mut, Gesundheit, Fruchtbarkeit und Glück. AdventskranzVier Lichtlein bis HeiligabendIn der Vorweihnachtszeit darf der Adventskranz nicht fehlen. Dabei gibt es ihn noch gar nicht so lange: erst seit der Jahrhundertwende. Damals schmückte der Hamburger Theologe Johann Hinrich Wichern (1808-1881) seinen Kronleuchter mit viel Tannengrün und setzte 24 Kerzen darauf. Für jeden Tag im Dezember bis zum Heiligabend eine. 1925 hing ein Adventkranz mit vier Kerzen zum ersten Mal in einer katholischen Kirche in Köln, seit 1930 fortan auch in München. Dieser Brauch verbreitete sich bis heute weltweit. Um 1935 werden dann die ersten häuslichen Adventkränze auch kirchlich geweiht, so wie es bis heute Brauch ist. Immergrünes in der Wohnung allerdings gab es schon vor 600 Jahren. Zweige von Wacholder, Misteln und Tannen symbolisierten ungebrochene Lebenskraft, Haus und Hof sollten vor Schaden bewahrt bleiben. Und auch die Kerzen haben ihre Geschichte: Im 14. Jahrhundert galten sie als Zeichen der Hoffnung auf eine neue, hellere Zeit. Kerzen in der Adventszeit waren traditionell rot, sinnbildlich für das Blut, welches Christus für die Menschen vergoss. Heute werden nur noch vier Kerzen auf einen Kranz gesetzt, für jeden Sonntag im Advent eine. Die Kerzen kann man in verschiedenen Größen kaufen, so dass am vierten Advent alle Kerzen gleich hoch sind. Den Adventskranz sieht man in verschiedenen Versionen: Ein geschmückter Kranz aus Tannen, Weidenzweigen, Moos oder aus Kunststoff, Glas oder Metall. In manchen Familien wird eine große Wurzel geschmückt und mit Kerzen versehen aufgestellt. Himmlisch süßes MarzipanBrot der EngelMan hat ihr viele Namen gegeben, dieser köstlichen weißen
Knuspermasse, die gerade zur Weihnachtszeit so zahlreiche Liebhaber findet.
Die heute übliche Bezeichnung leitet sich, wie Historiker sagen,
vom italienischen Marci pani, dem Markusbrot, ab. Wie dem auch sei, wichtig
für alle Süßschnäbel ist, dass man Marzipan heute
überall problemlos bekommt. Das war nicht immer so... Die Bedeutung unseres ChristbaumschmucksSymbolträchtige DekoWas wir an die Zweige hängen, erfreut nicht nur das Auge, sondern
hat oft auch Symbolgehalt. Dem Weihnachtsbaum wohnte schon immer eine
seltsame Faszination inne. Der duftende Apfel verheißt Sommer mitten
im Winter. Die Früchte sind Sinnbild für Fruchtbarkeit und im
Sack des Weihnachtsmannes Geschenk für brave Kinder. Am Weihnachtsbaum
erinnern sie ans Paradies und an das Paradiesische am Weihnachtsfest.
Eine alte Geschichte verspricht: Wenn ein Mädchen am ersten Weihnachtsfeiertag
in der Haustür stehend einen Apfel isst, dann wird der erste vorbeigehende
Bursche ihr Freier. Christbaumkugeln stehen in enger Beziehung zur Apfelsymbolik.
Die Glasbläser entwickelten die Kugelform aus kleinen Glasperlen
und -früchten. Die perfekte Form steht für Vollkommenheit und
Göttlichkeit. Im Reichsapfel findet sie sich als Zeichen für
Macht; als Form ohne Anfang und Ende symbolisiert sie Ewigkeit. Nüsse
sind verschlossen und schwer zu knacken, sie sind Sinnbilder für
Gottes Ratschluss - im Inneren wohnt das Dunkle, Rätselhafte; vergoldet
sind sie strahlend und wirken lebendig. Wir verbinden mit ihnen Gedanken
an Natur, Herbst und Fruchtbarkeit. |
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